Einmal Corona zum Mitnehmen bitte

Kategorie: Denk-Anstoß Erstellt: Samstag, 28. März 2020 Drucken

(von Olaf Francke)
28.03.2020. Die Coronakrise nimmt Fahrt auf - und in Deutschland öffnen die Eisdielen. Welchen Teil von #StayTheFuckAtHome haben die Leute nicht begriffen?

Ende März, Samstag, die Sonne kommt durch - da geht man doch gern mal an der Kieler Förde spazieren und gibt sich die Kugel (für 1,80 aber: "Gourmet" muss es sein). Lecker Eis essen am Strand, wunderbar, tolles maritimes Feeling - war da was?

Eisladen Corona

Ach ja, eigentlich haben wir ja eine Pandemie. Das ist dieser beinahe unkontrollierbare Ausbruch einer Viruserkrankung, der aktuell weltweit Menschen durch Ersticken bei vollem Bewusstsein tötet. Wir bezeichnen diese schwere Lungenkrankheit als COVID-19, sie wird ausgelöst durch das SARS-CoV-2-Virus. Hat jeder schonmal irgendwo gehört, wird ja pausenlos  im Fernsehen und im Internet von erzählt. Das Robert-Koch-Institut gibt dazu jeden Tag die gemeldeten Fälle heraus. Derzeit sieht das so aus:

Deutschland - Fälle (28.03.2020, Quelle: RKI): 48.582 (+6.294 seit gestern) - Todesfälle: 325
International - Fälle (27.03.2020, Quelle: WHO): 512.701 (in 201 Ländern) - Todesfälle: 23.495

All reden von #FlattenTheCurve, aber in der WHO Grafik sieht das leider anders aus:

WCO Coronafälle

Die Ausbreitungskurve geht STEIL NACH OBEN. Von Besserung keine Spur. In Italien ist es besonders schlimm, dort sterben etwa 1.000 (in Worten: eintausend!) Menschen pro Tag an Covid-19. Derweil in Deutschland: Lecker Eis für alle. Was kümmern uns die Zurückgelassenen, die auf den Intensivstationen elendig verrecken, was schert es uns, dass in Italien die Alten von den Beatmungsmaschinen genommen werden und zum Sterben etwas Opiat bekommen, damit es nicht so schwer wird, über die Regenbogenbrücke zu gehen? Hier bei uns gibt es Stracciatella aus der "Eismanufaktur" am Strand. Das ist grotesk!

Die Leute, die beim Eismann nach Leckerchen anstehen, haben nicht im Ansatz begriffen, worum es hier geht. Unser Land befindet sich im LOCKDOWN - und das geht JEDEN etwas an. Wann werden diese Ignoranten es endlich verstehen? Wenn ihre Angehörigen oder sie selbst auf der Stryker liegen und mit dem Blaulichttaxi durch die Gegend gefahren werden auf der Suche nach einem freien Intensivbett? Dann könnte es eventuell schon zu spät sein.

Intensivstation


Eine meiner Töchter riskiert als Notfallsanitäterin jeden Tag ihr eigenes Leben, um das erkrankter Personen zu retten, und jeden Tag werden es mehr bestätigte Infektionen. Was denken die Ignoranten, die behaupten, "Corona ist ein Fake" sich egentlich? Dass meine Tochter Statisten in ihrem RTW fährt? Dass sie und ihre Kollegen sich tagtäglich den Achtersteven aufreißen, um fürs Fernsehen eine Show zu produzieren? Es ist nur noch eine Frage von Tagen, bis die Rettungsdienste an die Grenzen ihrer Kapazitäten kommen werden. Was danach passiert, nennen wir bei den KatS-Organen den Katastrophenfall. Man mag es glauben oder nicht, aber die Vorbereitungen dafür laufen schon längst, und das geschieht nicht zum Spaß. Was dann folgt? Zwangsquarantäne und Ausgangssperren. Ist es das, was die Menschen wirklich wollen?

Viele Menschen fassen die zur Eindämmung der Pandemie erforderlichen Maßnahmen als Beschränkung ihres vermeintlichen Grundrechtes auf, überall und jederzeit nach Belieben konsumieren zu können. Diese Menschen verstehen nicht, dass sie in akuter Lebensgefahr schweben, wenn sie ihre konsumistische Einstellung nicht sofort ändern. Unser Erfolg als Gesellschaft, das Virus einzudämmen, bis geeignete Behandlungs- und Vorbeugungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, hängt davon ab, dass ALLE mitmachen. Für Ignoranz und Besserwisserei, für Fakenews und Verschwörungstheorien ist einfach kein Platz zu diesem Zeitpunkt. Damit können wir uns befassen, wenn Entwarnung gegeben werden kann.

Neben der Coronakrise erwartet uns noch eine Krise ganz anderer Natur, nämlich die wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie. Und je langsamer wir durch unvernünftiges Verhalten die Infektionszahlen drücken, desto teurer wird dieses außergewöhnliche Ereignis für unsere Gemeinschaft. Schon zu diesem Zeitpunkt dürften die Gesamtausfälle bei etwa einer Billion Euro liegen, und das nur in Deutschland. Begreifen die Leute nicht, dass nur der totale Lockdown das Virus eindämmen kann, wird uns jeder weitere Tag Milliarden kosten, und zwar uns alle.

DAX Coronakrise

Viele von denen, die heute noch die Pandemie leugnen, die munter Eis schlecken, mit den anderen Leuten am Strand plauschen, werden bald arbeitslos sein oder bankrott. Schon jetzt schreit die Wirtschaft nach Hilfe. In Berlin gingen am ersten Tag der Antragsannahme eine halbe Million Anträge auf Überbrückungsgelder ein, bevor die Server zusammenbrachen. Die Aktiendices brechen katastrophal ein, der Ölpreis fällt ins Bodenlose und ganze Wirtschaftszweige kommen mittlerweile zum Erliegen. In den nächsten Wochen wird sich die Zahl der Erkrankungen weltweit signifikant erhöhen, was im globalen Wirtschaftsnetz für starke Erschütterungen sorgen wird, denen hierzulande viele Firmen zum Opfer fallen, wenn Zulieferer nicht mehr liefern können.

Und mit jedem Infizierten, der durch Leichtsinn oder aus Vorsatz dazu kommt, vergrößert sich dieser Schaden. Es wird höchste Zeit, die albernen Spielchen um Einschränkungen usw. zu beenden. Ich selbst habe mein Grundstück vorsorglich zur Quarantänezone erklärt und mich in einen totalen Lockdown begeben. Ich will nämlich weder infiziert werden noch andere anstecken, da ich nicht weiß, ob ich ein Virusträger bin. Dass ich keine Symptome zeige, ist ein Indiz, aber kein Beweis dafür, dass ich völlig gesund bin. Ich habe bereits vor Jahren damit begonnen, sinnvoll Krisenvorräte anzulegen und ich kann nun - wenn nötig - monatelang weiterleben, ohne mein Grundstück zu verlassen, ganz ohne Hamsterkäufe. Mir steht nicht der Sinn nach Strandbummel und Eislutschen. Ich möchte lieber, dass meine Eltern im hohen Alter und meine Kinder und Enkel gesund bleiben. Ich bin bereit, dafür auf einen Teil meiner Bewegungsfreiheit zu verzichten. Ich möchte an alle Menschen apellieren: Tun sie dasselbe!

StayAtHome


Nachtrag 05.04.2020:

Deutschland - Fälle (05.04.2020, Quelle: RKI): 91.714 (+5.936 seit gestern) - Todesfälle: 1.342
International - Fälle (05.04.2020, Quelle: WHO): 1.268.855 (in 201 Ländern) - Todesfälle: 69.330

Manche Leute fragen nach dem Sinn der Kontaktbeschränkungen und warum sie in der Öffentlichkeit Mund-Nase-Bedeckungen oder gar Schutzmasken und Einmalhandschuhe tragen sollen. Das Problem an sich sind nicht die hohen Infektionszahlen, sondern der daraus resultierende BEHANDLUNGSBEDARF. #FlattenTheCurve dient dazu, unser Krankenversorgungssystem nicht kollabieren zu lassen. Wenn das passiert, werden wir möglicherweise über eine Million Tote in Deutschland zu beklagen haben. Dann sterben in drei Monaten mehr Menschen als sonst in einem Jahr. Zusätzlich! Deshalb müssen wir das Virus bremsen, mit allen Mitteln! Gelingt dies nicht, wird in etwa fünf Wochen eine katastrophale Lage eintreten.

Nach der Erhebung eines Expertenteams im Bundesinnenministerium ist Deutschland für ein Worst-Case-Szenario aktuell NICHT ausreichend ausgestattet. Derzeit stehen etwa 14.000 Intensivbetten (mehr als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent!) und 18.000 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Geplant ist eine Aufstockung um jeweils 10.000 Einheiten. Da allerdings die Lieferungen schleppend und in schlechter technischer Qualität erfolgen, ist das Erreichen dieses Zieles fraglich.

Das Ministerium hat drei Szenarien durchgespielt. Im WORST CASE Szenario (also, wenn die Kontaktverbote NICHT eingehalten werden) entsteht im Mai ein Bedarf von 350.000 (!!!) Intensivbetten. Selbst wenn die geplante Erhöhung auf 24.000 kommen sollte, wird das nicht ausreichen. Gelingt es, eine DEHNUNG der Kurve zu erreichen, könnte zumindest die Zahl der Beatmungsgeräte ausreichen, obwohl trotz Aufstockung noch 10.000 Intensivbetten fehlen. Die Erkrankten werden in den Fluren liegen, in Turnhallen und Zelten. Das Szenario HAMMER & DANCE (ähnlich wie in Wuhan) würde eine optimale Versorgung der Erkrankten gewährleisten, ist jedoch fast schon Schnee von gestern, daran sind wir schon fast gescheitert. Nur mit äußerst restriktiven Maßnahmen wäre dieses Ziel noch realisierbar.

Es geht also darum, durch eigenverantwortliches Handeln die Krankenhäuser und Intensivstationen zu entlasten, um den Erkrankten die Möglichkeit zu geben, diese Infektion zu überleben. Wer noch immer meint, auf Kontaktverbote, Zutrittsbeschränkungen und Maßnahmen zum Eigen- und Fremdschutz scheißen zu können, der macht sich fahrlässig schuldig, wenn es zum Worst Case Szenario kommt. Die Menschen müssen VERSTEHEN, dass dieses Osterwochenende einen wichtigen Einfluss auf den Verlauf der Infektions- und Sterbekurve in vier Wochen haben wird! Jetzt oder nie!

Mehr Infos dazu hier:
https://fragdenstaat.de/blog/2020/04/01/strategiepapier-des-innenministeriums-corona-szenarien/

szenarios

Dieses Bild kann in höherer Auflösung betrachtet werden:
https://der-stoerenfried.de/images/0021_corona_06.jpg


 

Nachtrag 19.04.2020

Ein Videolink macht zur Zeit bei Facebook die Runde. Eine gewisse Frau Preradovic moderiert aus ihrem Wohnzimmer ein Youtube-Video. So weit, so gut. Inwieweit sie in der Lage ist, Infektionsrisiken zu erkennen und die Ausbreitung einer Pandemie zu beurteilen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Angeteasert wird das Video mit folgendem Statement: "Haben die Maßnahmen der Regierung gegen das Corona-Virus gewirkt? Nein, sagt der Finanzwissenschaftler Prof. Homburg."

Nochmal. Bitte WAS? Bitte WER? "Finanzwissenschaftler Prof. Homburg" - Aha. Wer ist das? Ein bekannter Epidemiologe? Nein. Professor Doktor Stefan Homburg ist der Direktor des Instituts für Öffentliche Finanzen an der Universität Hannover. Der ehemalige "Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes" ist Diplom-Volkswirt und habilitierte 1991 in Volkswirtschaftslehre. Faszinierend. Wahrscheinlich gehört der erweiterte Infektionsschutz und die Ausbildung in Virologie zu dem Studiengang der Volkswirtschaft im Fachbereich Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement, sodass seine Expertise landauf, landab gefragt ist. Der Mann schwadroniert sinnfrei und wirklichkeitsfremd über Ansteckungszahlen, Mortalitätsraten und verbreitet fröhlich bestes Querfrontgerede, als doziere er über den Jahresetat der Müllabfuhr in Hannover.

Youtube Querfront

Das Video wird von den ach so freiheitsliebenden couragierten Staatsbürgern fleißig geteilt, 400.000 Views hat der Schinken schon jetzt. Später dann, nach zwei, drei weiteren Videos, rennen die erwachten, aufgeklärten und höchst informierten Bürger wieder wie eine Büffelherde los, schwenken kleine Grundgesetzheftchen, die sie von der bösen Regierung kostenlos erhalten haben und grölen "Faschismus! Artikel 20!" - als ob auch nur einer dieser Universalgelehrten den Artikel 20 unseres Grundgesetzes verstehend gelesen hätte. Denn darin steht eben NICHT: "Wenn eine Infektionseindämmung durch geeignete Maßnahmen bewirkt werden kann, rennt auf die Straße und schreit die Polizisten an!", darin steht vielmehr im Absatz 4: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." - Verstanden? Nochmal: "[...] wenn andere Abhilfe nicht möglich ist." Diese ist jedoch möglich, denn wir lesen im vorhergehenden Artikel (ebenfalls im Absatz 4): "Wird jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt, so steht ihm der Rechtsweg offen. Soweit eine andere Zuständigkeit nicht begründet ist, ist der ordentliche Rechtsweg gegeben."

Es gibt keinen Grund, sich wie Pöbel zusammenzurotten und behördlichen Anordnungen nicht Folge zu leisten. Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens werden nicht angeordnet, weil die Regierung keine Lust hat, Steuern einzunehmen oder es uns nicht gönnt, ein Eis zu essen. Es gibt auch kein Grundrecht auf uneingeschränkte Infektion mit einem Virus. Es existiert auch keine Ausgangssperre, sondern nur Kontaktverbote in einem erträglichen Rahmen. Wer das nicht versteht, stellt sich selbst damit ein geistiges Armutszeugnis aus. Wer, nur um mit anderen zum Gruppenkuscheln auf der Fahrbahn in Berlin Mitte zusammenzukommen (schreibt man das eigentlich zusammen? *ggg*), andere Menschen in Lebensgefahr bringt, der handelt grob fahrlässig, mitunter sogar vorsätzlich, wie den Kommentarspalten zu entnehmen ist. Kostprobe gefällig? Ich zitiere:

User: "Je schneller der Höhepunkt der Krankheit kommt umso besser warum unnötig hinausgezögert dann wird die Herde eben ausgedünnt was spricht dagegen"

Ich: "...dann wird die Herde eben ausgedünnt - Glaube mir, das siehst du etwas anders, wenn du auf der ITS liegst und die vielen Schläuche bewunderst, die aus deinem Hals und deinen Armen kommen. Es ist eine Unverfrorenheit, dermaßen abfällig über das Leben anderer Menschen zu schreiben."

User: "und dann stirbt man halt jeder stirbt irgendwann man kann jede Sekunde des Lebens sterben wenn die Natur beschließt das das Leben zu enden hat man hat so unendlich viele Möglichkeiten zu sterben wo von der Natur gegeben sind aber warum deshalb Angst vor dem tot haben - Und außerdem dürfte eh kein Arzt Lebenverlängernde Maßnahmen an mit durchführen da ich mit 18 schon eine Verfügung aufgesetzt habe das ich so etwas nicht will aber warum sollte man leben unnötig verlängern lieber das gleiche Prinzip wie bei der Pest anwenden alle sollen sich anstecken und danach sehen wer übrig bleibt einfacher weg einfache Lösung"

Ich: "..."

Da bleibt einem echt das Wort im Hals stecken. SOLCHE Leute wollen MICH über das Grundgesetz belehren und mir ihre verkrüppelten sozialdarwinistischen Halluzinationen aufzwängen? Danke, aber: NEIN DANKE.


Nachtrag (zeitlos):

Welche Ausmaße diese Krise annehmen kann, durfte ich letztens erfahren. Es war ... traumatisierend.

Mir scheint, die ähem ... "Kontaktverbote" greifen. Also, wie man's nimmt. Gestern Abend bin ich noch etwas durch das virtuelle Weltwohnzimmer gestreunert und in einer Gruppe gelandet, die wirklich so heißt: Wohnzimmer. Offensichtlich ein Ort, an den sich Fakeprofile treffen, um irgendwelche Pornomodel-Fotos zu posten und sich dann von scheinbar lobotomierten Honks mit Kontaktangeboten beglücken zu lassen (ich glaub, ich weiß jetzt, warum die alle so viel Klopapier haben).

Auch selbst gedrehte Videos ("Watchparty") von verwahrlosten Single ... äh... frauen, die mit übersteuerten Mikrofonen von Karaoke-Anlagen durch ihre Sangeskünste durchschnittlich zehn Zuschauer zu bezirzen suchten, fand ich durchschnittlich erheiternd ("So, ihr Lieben, gleich gehts los, ach nee, jetz kommt noch eben die Werbung, doof... ahja, jetze!")

Was dann allerdings in meinen Fokus schlidderte, das glaubte ich zunächst nicht, hielt es für einen Scherz oder so. Ein Irrtum meinerseits, wie sich herausstellen sollte. Irgendwie muss ich noch herausfinden, warum immer wieder dieser dämliche Autostart bei diesen "Live" Videos anspringt.

Da saßen also drei Personen (und mehrere kleine hundeähnliche Tiere) in einem durchschnittlich prekären Raum auf einem Sofa (mit "Schlaffunktion") vor einem Fliesentisch,  auf dem ein Handy stand. Watchparty für alle! Zwei ... äh... "Wesen", die scheinbar weiblicher Natur waren, eine davon mit der Verdrängung eines mittleren Öltankers, die andere so doof, dass sie nicht in den Stall darf, weil die Schweine sie sonst beißen. Der Typ daneben gehörte offenbar nicht zu dem Haushalt, er war zur "Coronaparty" eingeladen und bezeichnete sich selbst als "Toyboy" für die beiden paarungsbereiten Weibchen.

Vor laufender Kamera und 26 Zuschauern (mich zunächst eingeschlossen) trug das Trio dann unter reichlicher Zuhilfenahme von Vino Caracho aus dem Tetrabrick und Schlagermusik (von DJ Alexa präsentiert) grölend das Balzverhaltengelsenkirchener Flusspferde vor. Prinzessin Dummfick in der Mitte, rechts außen der Ritter ohne Furcht und Adel und das liebenswerte Schwibbelschwabbel abgeschlagen auf der linken Außenbahn, fingen die drei nun an, sich gegenseitig zu befummel und abzulecken, was den Eindruck einer Mutprobe erweckte. Königin Dreihundertpfund rollte sich stets wie eine brünftige Seeelefantenkuh von einer Seite auf díe andere, um nur ja endlich dem holden Recken an den Stecken zu gelangen, der jedoch verstand es trefflich, sich geschickt weitgehend aus ihrer Reichweite zu herauszumanövrieren und leckte lieber an der Schnute der netten Hundemutti herum, weil die etwas weniger eklig war. Aber irgendwie sabberte da jeder an jedem rum, das ist der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind. Statt Nenas "Geträumt" hätte als Szenenmusik "The Trial" von Pink Floyd besser gepasst.

Irgendwie sind solche Szenen so, als ob man auf der Straße einen plattgefahrenen, aufgeplatzten Igel liegen sieht, man muss einfach hingucken. Ich hab mir das Drama echt zehn Minuten lang angetan, auch die Kommentare der am Bildschirm mitfiebernden - ebenfalls Kopulationsinteressierten - dienten als Quell der Erheiterung. Mehr oder weniger. Nach zehn Minuten konnte ich mich dann losreißen, denn nur eine Minute länger und ich hätte mich auf meinen Schreibtisch erbrochen. Ich ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass dieses Coronavirus vielleicht doch keine sooo schlechte Sache ist, vielleicht einfach nur Bestandteil der natürlichen Ordnung und Regulationsmechanismus der Evolution.

Also, liebe Leute... feiert nur schön eure Coronaparties, leckt euch gegenseitig die Fressluken aus, paart euch nach Herzenslust auf euren Sperrmüllmöbeln und sauft möglichst viel von dem Industriereiniger, den ihr im Supermarkt ganz unten im Regal findet. Raucht eure selbstgestopften Glimmstängel, bis die Stütze alle ist und lasst eure Futtenleckerköter auflecken, was so danebenkleckert, wenn ihr miteinander - was auch immer! - macht. Aber bitte: STERBT!

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